Absprungrate senken

Die meisten SEO Maßnahmen beschäftigen sich mit rein technischen Themen. Dabei fordert Google in seinen Richtlinien für Webmaster guten und einzigartigen Inhalt für User. Stellt man diesen nicht bereit, dann nützt die beste Suchmaschinenoptimierung nichts. Google kann Werte, wie die Absprungrate, oder die Click-Through-Rate inzwischen sehr genau messen. Spätestens seit Google Chrome weltweit einen Marktanteil von fast 60 Prozent hat, ist es für Google nicht mehr schwer solche Kennzahlen zu ermitteln und sie als Rankingfaktor zu werten.

Die Absprungrate (Bouncerate)

Der prozentuale Anteil der User, der sofort wieder verschwindet, wird Absprungrate (Bouncerate) genannt. Die sogenannte Bouncerate ist ein Indikator dafür, wie sehr ihre Website ihre User anspricht und beispielsweise auch die gewünschten Inhalte liefert. Interessant ist es dann auch, wenn sie mal genauer hinschauen, wie viele weitere Seiten ein User eventuell aufruft, bevor er ihre Seite wieder verlässt. Springen die User bereits nach der ersten Seite wieder ab, dann sollten die Alarmglocken klingeln.

Absprungrate in einem normalen Ladengeschäft

Stellen Sie sich einfach mal vor, Website wäre ein Ladengeschäft in der Fußgängerzone ihrer Heimatstadt. Also ein Ladengeschäft, statt einem Webstore. Sie beobachten, dass sehr viele Leute zur Tür hereinkommen, aber auch gleich wieder gehen. Klar kommen viele, denn Sie haben sehr viel in Werbung investiert und das Schaufenster entsprechend der Jahreszeit ansprechend gestaltet. Aber, warum gehen die Leute wieder raus, ohne etwas zu kaufen. Sie beobachten, dass die Leute nicht weiter als bis zu den Wühltischen im Eingangsbereich kommen und sofort wieder weg sind. Aber sie haben ja die Möglichkeit die Kunden zu fragen, ob sie weiterhelfen können. Und siehe da, meistens können Sie sogar weiter helfen. Die Kunden kaufen sogar etwas.

Chaos im Ladengeschäft
Abb. Würden Sie hier einkaufen?

Übertragen Sie das jetzt einfach einmal auf ihre Website. Die Kunden kommen auf ihre Website und verlassen diese nach wenigen Sekunden wieder. Sie sind dann einfach weg und werden wohl auch nicht wiederkommen. Sie haben hier nicht die Möglichkeit nach zu fragen, ob sie helfen können. Sie können lediglich mit geeigneten Tools das Benutzerverhalten analysieren. Solche Tools sind Google Analytics oder Piwik. Sie sehen dann, wie viele User auf ihre Seite kommen und sofort wieder verschwinden.

Durchschnittliche Bouncerate

Es gibt keinen pauschalen Wert für eine gute oder schlechte Bouncerate. Das ist von Seite zu Seite verschieden. Allen Seiten gemeinsam ist jedoch, dass eine geringe Bouncerate besser ist, als eine hohe.

Es gibt natürlich Seiten, auf denen es ganz normal ist, dass hier keine zweite, oder dritte Seite aufgerufen wird. Beispielsweise ein Währungsrechner, der eine Währung in eine andere Umrechnet, oder eine Wettervorhersage. Hier finden die User bereits auf der ersten Seite das, was sie suchen. Es macht dann keinen Sinn mehr weitere Seiten auf zu rufen. Aber auch inhaltsstarke Websites können eine hohe Absprungrate aufweisen. User haben eine bestimmte Information gefunden und lesen den entsprechenden Artikel auf dieser Seite. Auf vielen SEO Seiten wird empfohlen ab eine Absprungrate von 50 Prozent genauer hin zu sehen und gegebenenfalls Maßnahmen zu ergreifen. Aber wie gerade beschrieben kann eine hohe Absprungrate auch ganz natürliche Gründe haben und sie haben alles richtig gemacht. Anders herum kann eine geringe Absprungrate beispielsweise auch durch technische Fehler verursacht werden. Das ist dann ebenfalls ein Grund mal nach der Ursache zu schauen.

Google Analytics
Google Analytics

Wer andere Dinge als oben beschrieben auf seiner Website anbietet, für den ist eine hohe Bouncerate oder eine geringe CTR (Click-Through-Rate) meist ein sicheres Indiz dafür, dass etwas getan werden muss. Wir denken noch einmal zurück an das eingangs gewählte Beispiel vom Ladengeschäft. Sie beobachten hier, dass die Leute maximal einmal um die Wühltische mit reduzierten Waren im Eingangsbereich herum laufen und dann wieder gehen. Nachdem Sie die Wühltische aus dem Eingangsbereich entfernt haben, geht der Umsatz auch wieder nach oben. Sie bringen statt dessen einen Wegweiser im Eingangsbereich an und tatsächlich geht der Umsatz nach oben. Sie haben eine Struktur in Ihr Ladengeschäft gebracht. Es war lediglich eine kleine Änderung notwenig, um die Kunden im Laden zu halten. Wie aber sieht es im übertragenden Sinne mit Ihrer Website aus. Wie können Sie hier die Absprungrate senken?

Gründe für eine hohe Absprungrate

Spricht das Design ihrer Website Ihre Kunden an, oder wirkt es abschreckend und vielleicht sogar unseriös? Ist es mit Werbung überladen und muss man sich vielleicht erst einmal Werbung weg klicken, bevor man den eigentliche Inhalt sieht.
Wird man von einer wahren Bilderflut beim Öffnen der Seite erschlagen, oder überfordert einen die Seite mit endlos langen Textpassagen. Dauert es, bis die Seite geladen ist, oder bekommt man sofort ein Ergebnis angezeigt. Und bietet die Seite überhaupt das, was der Text in den Suchergebnissen versprochen hat? Erscheint einem vielleicht der Preis für ein gesuchtes Produkt, der prominent auf der angeklickten Seite angezeigt wird zu hoch, oder fallen einem die vielen Rechtschreibfehler ins Auge? Sie sehen, es kann viele Gründe für eine hohe Absprungrate geben. Dementsprechend gibt es genauso viele Möglichkeiten die Absprungrate zu senken.

Absprungrate senken

Nur, wer die Gründe für das Abspringen der User kennt, der kann etwas ändern. Schauen Sie sich mal in Google Analytics an, welche Seite die höchste Absprungrate hat? Manchmal sind das Seiten, von denen man es gar nicht erwartet.
Möglichkeiten die Absprungrate zu senken

  • Seitenladezeit beschleunigen
  • Texte strukturieren und Überschriften verwenden
  • Optimierung auch für Mobilgeräte
  • interne Verlinkungen
  • Abkürzungen und Fachbegriffe erklären
  • Besucher nicht ablenken

 

Gerade der letzte genannte Punkt führt häufig dazu, dass User wieder abspringen. Überladen Sie die Website nicht mit Popups und Werbung. Sicherlich sind Call to Action Elemente notwendig, um die Conversation zu steigern, aber wenn einem beim Aufruf der Seite ein Popup entgegenspringt, das zum Abonnieren des Newsletters auffordert, ohne dass man die erste Zeile Text gelesen hat, dann werden die meisten Besucher wieder wegklicken. Wenn User nicht nach wenigen Sekunden das finden, wonach sie gesucht haben, sind sie wieder weg.